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Veröffentlicht am: Allgemein

ATLAS: Ein Tiroler Leuchtturmprojekt für den souveränen Einsatz von KI

01. Oktober 2026 | Projekt ATLAS 

Künstliche Intelligenz kann Datenprozesse effektiv verknüpfen und Arbeitsabläufe unterstützen. In der Steuerberatung stellt sich dabei eine entscheidende Frage: Wie nutzen wir diese Möglichkeiten, wenn wir zugleich mit vertraulichen Daten und hohen Anforderungen an die Verschwiegenheit arbeiten?

Dieser Frage widmen wir uns im vom Land Tirol geförderten Leuchtturmprojekt ATLAS. Gemeinsam mit CHG Rechtsanwälte, MINDSTREAM GmbH und der Hochschule Kufstein Tirol arbeiten wir an einer Architektur für den kontrollierten Einsatz von KI in sensiblen Unternehmensbereichen. Das Projekt soll Erkenntnisse liefern, die auch anderen Tiroler Unternehmen bei ihren Entscheidungen zum KI-Einsatz helfen.

Eine Steuerungsebene für Daten und KI-Modelle

Im Zentrum von ATLAS steht der sogenannte Control Layer. Diese geplante Steuerungsebene soll Unternehmensdaten und bestehende Anwendungen mit unterschiedlichen KI-Modellen verbinden. Sie soll unter anderem regeln, welche Daten für einen Anwendungsfall genutzt werden dürfen, welche Berechtigungen gelten und wie der Einsatz nachvollziehbar bleibt.

Ein weiteres Ziel ist die Wahlfreiheit: Unternehmen sollen ein KI-Modell oder einen Anbieter wechseln können, ohne ihre gesamte Infrastruktur neu aufbauen zu müssen.

Die Projektpartner bringen dafür unterschiedliche Kompetenzen zusammen. CHG übernimmt als Konsortialführer die Leitung des Projekts und begleitet die rechtlichen Fragen. MINDSTREAM verantwortet die technische Umsetzung. Die FH Kufstein Tirol übernimmt die wissenschaftliche Validierung. GHP bringt die steuerberatende Praxis in die Entwicklung und Erprobung ein.

Die Rolle von GHP Steuerberatung GmbH: KI an der steuerberatenden Praxis messen

Wir bringen die Perspektive einer Steuerberatung ein, die täglich mit vertraulichen Informationen Daten, unterschiedlichen Fachanwendungen und gewachsenen Arbeitsabläufen arbeitet.

Für uns muss sich eine KI-Lösung unter anderem an konkreten Fragen messen lassen: Welche Daten darf sie für eine Aufgabe verwenden? Wer erhält Zugriff? Wie lässt sich nachvollziehen, welches KI-Modell eingesetzt wurde? Und wie können bestehende Systeme eingebunden werden?

Diese Anforderungen betrachten wir im Projekt anhand konkreter Anwendungsfälle. So erproben wir die geplante Architektur unter den Bedingungen eines Berufsbereichs mit hohen Anforderungen an Vertraulichkeit sowie einer ausgeprägten Datenvielfalt. Dabei prüfen wir auch, bei welchen Aufgaben KI unsere fachliche Arbeit tatsächlich unterstützt.

„Wir wollen KI dort einsetzen, wo sie unsere fachliche Arbeit tatsächlich unterstützt. Als Steuerberatungskanzlei ist Datenhoheit ein essentielles Gut. Wir müssen dabei jederzeit wissen, welche Daten verwendet werden, wer Zugriff hat und wie der Einsatz der KI nachvollziehbar bleibt. ATLAS gibt uns die Möglichkeit, diese Anforderungen gemeinsam mit Partnern aus Recht, Technologie und Wissenschaft in eine praxistaugliche Lösung zu übersetzen“, sagt StB Mag. Christian Aigner, LL.M., geschäftsführender Partner bei GHP.

ATLAS: Erkenntnisse für weitere Unternehmen

Als Leuchtturmprojekt soll ATLAS über die unmittelbare Zusammenarbeit der vier Partner hinauswirken. In den kommenden zwölf Monaten soll ein praxiserprobtes und wissenschaftlich validiertes Modell entstehen. Geplant sind unter anderem ein Architektur-Blueprint, ein Whitepaper und ein Rollen- und Berechtigungskonzept.

Mit ATLAS gestalten wir mit, wie sich KI auch in Bereichen mit hohen Anforderungen an Vertraulichkeit praktisch einsetzen lässt. Über den Fortschritt und die Erkenntnisse aus dem Projekt werden wir laufend berichten.

Mehr zum Projekt: https://atlas.tirol/