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Veröffentlicht am: Out of the box

36. Ferienbetreuung ist kein Privatproblem. Es ist ein Unternehmensthema.

Lesezeit: 5 Min.

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Markus Geisler
Steuerberater, Perspektivenwechsler und Visionär – bietet innovative Lösungen und entwickelt nachhaltige Strategien für Wachstum und Erfolg.

 

Wenn Schule und Kindergarten ihre Türen für mehrere Wochen schließen, beginnt für viele Eltern eine Zeit, die oft mehr Organisation verlangt als der berufliche Alltag selbst.

Urlaube müssen abgestimmt, Betreuungsmöglichkeiten gefunden, Arbeitszeiten verschoben und Termine neu organisiert werden. Was für Kinder die schönste Zeit des Jahres ist, wird für viele Familien zu einer logistischen Herausforderung, die jeden Tag aufs Neue gemeistert werden muss.

Trotzdem wird dieses Thema in vielen Unternehmen noch immer als reine Privatsache betrachtet. Genau das halte ich für einen Denkfehler. Denn die Frage, wie gut Familie und Beruf miteinander vereinbar sind, entscheidet heute wesentlich darüber, wie zufrieden, motiviert und langfristig verbunden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einem Unternehmen gegenüber sind.

Die Lebensrealität hat sich verändert.

In vielen Familien sind beide Elternteile berufstätig. Großeltern wohnen oft nicht mehr in unmittelbarer Nähe oder sind selbst noch beruflich aktiv. Gleichzeitig steigen die Anforderungen in der Arbeitswelt stetig an. Unternehmen erwarten Flexibilität, Engagement und Verlässlichkeit. Das ist grundsätzlich auch richtig. Aber Flexibilität darf keine Einbahnstraße sein.

Wer von seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erwartet, sich auf neue Situationen einzustellen, muss auch bereit sein, selbst flexibel zu denken. Für mich bedeutet moderne Führung deshalb nicht Kontrolle, sondern Vertrauen.

Menschen kommen nicht morgens als Mitarbeiter:innen ins Büro und legen ihr Privatleben an der Eingangstür ab. Sie kommen als Eltern, Partner:in, Familienmenschen und Persönlichkeiten mit Verantwortung. Genau diese Menschen sind es, die jeden Tag Leistung erbringen, Verantwortung übernehmen und Unternehmen erfolgreich machen.

Wer diese Realität versteht, gewinnt.

Wer sie ignoriert, wird langfristig Schwierigkeiten haben, gute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu finden und vor allem zu halten.

Wir versuchen deshalb bewusst andere Wege zu gehen. Flexible Arbeitszeiten ermöglichen es, Beruf und Familie besser miteinander zu verbinden. Homeoffice schafft dort Freiräume, wo Präsenz nicht zwingend erforderlich ist. Individuelle Lösungen ersetzen starre Regelwerke, die ohnehin niemals jeder Lebenssituation gerecht werden können.

Und vor allem setzen wir auf Verständnis statt Misstrauen.

Denn die meisten Menschen wollen ihre Arbeit nicht vermeiden. Sie wollen gute Arbeit leisten. Sie brauchen lediglich Rahmenbedingungen, die mit ihrem Leben vereinbar sind.

Familienfreundlichkeit ist deshalb längst kein nettes Zusatzangebot mehr, das man auf der Homepage anführt.

Sie ist ein entscheidender Wettbewerbsfaktor.

Für die Gewinnung von Fachkräften.
Für die Bindung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
Für ein gesundes Betriebsklima.

Und letztlich auch für den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens.

Vielleicht wird es deshalb Zeit, Ferienbetreuung nicht länger als Privatproblem zu betrachten.

Denn dort, wo Unternehmen Familien entlasten, entsteht etwas, das weit über die Ferienzeit hinaus wirkt:

Vertrauen.
Loyalität.
Zusammenhalt.

Und genau dort beginnt der Perspektivenwechsel.

Aus dem heutigen sonnigen Tirol

Euer Markus