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Veröffentlicht am: Out of the box

33. Wenn dein Kalender voll ist, bleibt Entwicklung auf der Strecke

Lesezeit: 5 Min.

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Markus Geisler
Steuerberater, Perspektivenwechsler und Visionär – bietet innovative Lösungen und entwickelt nachhaltige Strategien für Wachstum und Erfolg.

Warum du dir Zeit nehmen musst, wenn du wirklich weiterkommen willst

Einmal ehrlich angesprochen: Das Thema Selbstoptimierung hat sich irgendwann komplett gedreht.

Früher ging es darum, besser zu werden. Heute geht es oft nur mehr darum, mehr zu machen. Mehr Bücher, mehr Podcasts, mehr Routinen, mehr Disziplin. Alles schneller, alles effizienter, alles gleichzeitig. Und irgendwo dazwischen glaubt man, dass man sich damit weiterentwickelt.

Wenn ich ehrlich bin, ist das oft das Gegenteil.

Selbstoptimierung ist für viele kein bewusster Prozess mehr, sondern ein Dauerlauf ohne Ziel.
Man arbeitet an sich, aber ohne Richtung.
Hauptsache, man bleibt in Bewegung. Stillstand fühlt sich falsch an.
Wenn nichts passiert, hat man sofort das Gefühl, man verpasst etwas.

Aber genau dort liegt der Denkfehler.

Weiterentwicklung passiert nicht in der Geschwindigkeit, sondern in der Klarheit.
Und Klarheit entsteht nicht, wenn ich permanent Input bekomme.
Klarheit entsteht, wenn ich mir Zeit nehme, Dinge zu verarbeiten. Wenn ich stehen bleibe, reflektiere und mir bewusst überlege, was ich überhaupt will und was nicht.

Das klingt einfach. Ist es aber nicht.

Weil es viel leichter ist, sich den nächsten Podcast anzuhören, als sich eine Stunde hinzusetzen und nachzudenken. Es ist einfacher, den Kalender mit Terminen zu füllen, als bewusst Lücken zu lassen. Und es fühlt sich produktiver an, ständig etwas zu tun, als sich Zeit zu nehmen, nichts zu tun.

Aber genau diese Zeiten sind oft die wertvollsten.

Ich habe für mich gemerkt: Wenn ich keine Pausen plane, entstehen auch keine. Dann läuft der Tag einfach durch. Termin an Termin, Thema an Thema. Und irgendwo dazwischen bleibt keine Zeit mehr, wirklich nachzudenken. Man funktioniert nur noch.

Deshalb habe ich begonnen, mir Termine mit mir selbst einzutragen. Fix im Kalender. Nicht verschiebbar. Keine Besprechung, kein Telefon, kein „kurz noch dazwischen“. Einfach Zeit zum Denken.

Am Anfang fühlt sich das fast falsch an.

Wie wenn man nichts arbeitet.
Aber genau dort passiert oft mehr als in drei Meetings hintereinander.
Ich denke Dinge zu Ende, sortiere Themen, treffe klarere Entscheidungen und werde ruhiger im Kopf.

Selbstoptimierung ist kein Wettlauf. Es geht nicht darum, wie viel ich schaffe, sondern was wirklich hängen bleibt. Und das passiert nicht im Dauerbetrieb.

Ein Unternehmer, der sich keine Zeit zum Denken nimmt, wird früher oder später nur noch reagieren. Und genau das ist das Gegenteil von Weiterentwicklung.

Weiterentwicklung braucht Raum.
Weiterentwicklung braucht Pausen.
Weiterentwicklung braucht Termine mit mir selbst.

Und ganz ehrlich: Auch das habe ich lernen müssen. Ich war lange der Meinung, dass volle Tage gute Tage sind.
Heute weiß ich: Die besten Tage sind oft die, in denen bewusst Platz ist.

Ich habe für mich gelernt: Die Qualität meiner Entscheidungen hängt nicht davon ab, wie viel ich mache, sondern wie klar ich denke.

Und diese Klarheit entsteht nicht im nächsten Termin.
Sondern in den Momenten dazwischen.

 

Euer Markus