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Ich schau mir das amtliche Kilometergeld an und denk mir ehrlich: Wie lang sollst du als Unternehmer:in eigentlich noch wirtschaftliche Realität aus eigener Tasche vorfinanzieren?
Seit Juli 2008 liegt das Kilometergeld bei 0,42 Euro pro Kilometer. 2008. Und dann? Nix. Bis Ende 2024 genau gar nix.
Über 16 Jahre Stillstand, während dein Sprit teurer wurde, die Werkstattrechnung höher, die Versicherung angepasst und das Auto selbst längst kein Schnäppchen mehr ist. Und du brauchst das Auto nicht zum Spaß, sondern weil dein Geschäft ohne Mobilität schlicht nicht läuft.
Was passiert steuerlich? Deine echten Kosten werden klein gerechnet. Du fährst betrieblich, rechnest korrekt ab, hältst dich an die Regeln – und bleibst trotzdem auf einem ordentlichen Teil der Kosten sitzen. Am Papier schaut’s dann so aus, als hättest du mehr verdient, als tatsächlich übrig bleibt.
Und genau dieser rechnerische Schein-Gewinn wird besteuert. Du zahlst also Steuern. Nicht auf echten Gewinn, sondern auf Inflation. Jahr für Jahr, ganz leise, ohne große Schlagzeile.
Ab 1. Jänner 2025 wurde das Kilometergeld endlich auf 0,50 Euro erhöht. Eh gut. Aber seien wir ehrlich: Das ist keine Reform, das ist eine späte Reparatur. Eine automatische Anpassung an die Realität? Fehlanzeige. Und genau das kennst du als Unternehmer:in nur zu gut: Es bewegt sich erst etwas, wenn es nicht mehr ignoriert werden kann.
Dasselbe Spiel bei der Luxustangente. Seit 2005 gilt dieselbe Grenze von 40.000 Euro. Seitdem hat sich alles verteuert – nur diese Zahl nicht. Das Ergebnis: Sobald du ein halbwegs zeitgemäßes, sicheres und verlässliches Auto brauchst, kannst du einen Teil der Kosten steuerlich vergessen. Nicht, weil du im Luxus lebst, sondern weil das Steuerrecht nicht mit deinem Unternehmeralltag mitgegangen ist.
Jetzt soll die Luxustangente endlich angehoben werden. Richtig. Überfällig!!! Aber die eigentliche Frage bleibt: Warum gibt es im Steuerrecht bis heute keine automatische Wertanpassung? Warum musst du als Unternehmer:in immer jahrelang die Lücke tragen, bis irgendwann nachgebessert wird?
Und als Draufgabe kommt in Österreich noch die NoVA dazu. Eine zusätzliche Abgabe beim Autokauf, die international oft nur Kopfschütteln auslöst. Für dich als Unternehmer:in heißt das ganz simpel: höhere Anschaffungskosten, weniger Liquidität, mehr Kapitalbindung. Ganz normaler Alltag – natürlich auf deine Rechnung.
Mein Fazit ist klar: Deine Kosten wurden jahrelang künstlich klein gerechnet. Deine Gewinne dadurch rechnerisch aufgeblasen. Und genau das hat zu einer stillen, aber massiven Mehrbelastung geführt, die man in keiner Pressekonferenz gesehen hat, aber jeden Monat am Konto gespürt hat.
Die aktuellen Erhöhungen sind richtig. Aber solange das Steuerrecht auf Zuruf statt auf Logik reagiert, bleibt für dich als Unternehmer:in immer dasselbe Risiko: dass du wieder jahrelang vorfinanzierst, was eigentlich längst angepasst gehört hätte.
Bleiben wir nicht bei theoretischen Regeln stehen, während du jeden Tag reale Rechnungen zahlst. Wenn Kilometergeld, Luxustangente und NoVA eines zeigen, dann das: Gezahlt hat am Ende immer der oder die Unternehmer:in. Nicht, weil er oder sie im Luxus lebt, sondern weil das System zu langsam auf die Realität reagiert.
Servus und bis bald,
euer SteuerBERATER Markus!

